Ba Duan Jin – die acht Brokate Teil 5

Eine der Säulen der TCM (Traditionellen Chinesische Medizin) ist das Qi Gung und damit das Konzept des Qi. Wie so oft bei der chinesischen Sprache, ist eine wörtliche Übersetzung schwierig. Meist findet man für den ins Deutsche übersetzten Begriff Qi die Worte „Energie“ oder „Lebenskraft“.

Das chinesische Zeichen für Qi stellt in seiner Bedeutung einen Topf gekochten Reis dar, aus dem Dampf aufsteigt. Dieses Bild steht symbolisch für das Nährende, Aufsteigende und sich Entfaltende, letztlich für alles, was den Menschen am Leben erhält.

Ist Qi ausreichend vorhanden und kann ungehindert auf den Meridianen (Leitbahnen) durch den Körper zirkulieren, sind wir gesund. Besteht ein Mangel an Qi oder bestehen Blockaden auf den Meridianen, entstehen Krankheiten. So kann sich ein Mangel an Qi beispielsweise durch dauernde Müdigkeit, Schwächegefühl, Antriebslosigkeit, Kurzatmigkeit, vermehrtes Schwitzen und anderes zeigen. Ein Stau dagegen zeigt sich unter anderem durch Verspannungen und Muskelkrämpfe. Übelkeit, Erbrechen und chronischer Husten können Anzeichen für Gegenläufiges Qi sein.

Verschiedene Arten des Qi

Qi ist nicht gleich Qi. In der TCM geht man von verschiedenen Arten aus, die kombiniert weitere Formen des Qi hervorbringen. Das Ursprung-Qi ist, wie der Name sagt, unser ursprüngliches Qi. Dieses erhalten wir von unseren Eltern. Es kann nicht aufgefüllt oder vermehrt werden. Es ist ein erschöpfliches Reservoir an Energie. Es kann jedoch durch das Qi Gung, also der Arbeit mit dem Qi erhalten werden. Dann gibt es das Nahrung-Qi, das wir über die Ernährung aufnehmen. Gemeinsam mit dem Atem-Qi, das mittels der Atmung aufgenommen wird, ergibt sich das sogenannte Sammel-Qi. Dieses Sammel-Qi in Verbindung mit dem Ursprung-Qi ergibt das reine Qi. Das reine Qi gliedert sich in Aufbau- und Abwehr-Qi.
Daneben gibt es noch das Qi der Speicher-Organe wie zum Beispiel das Herz-, Lungen- oder Leber-Qi. Zu guter Letzt gibt es noch schlechtes oder verbrauchtes Qi.

Qi Gung – die Kultivierung des Qi

Durch das Qi Gung lernt der Praktizierende, sein Qi bewusst wahrzunehmen. Durch die Übungen trägt er zur Erhaltung und Vermehrung seines Qi bei. Die verschiedenen Übungen helfen dabei, Blockaden zu lösen, Harmonien herzustellen und zu erhalten. Zudem sorgt das Qi Gung für einen geschmeidigen, kräftigen und gesunden Körper sowie einen klaren und wachen Geist.

5. Brokat: Mit dem Kopf kreisen und das Steißbein bewegen, um das Herzfeuer zu vertreiben

Durch diesen Brokat wird die Muskulatur im Becken (innere und äußere Hüftmuskulatur, Adduktoren) und den Beinen (zum Beispiel der Musculus Quadrizeps femoris oder der Musculus biceps femoris) trainiert.

Das An- und Entspannen der Beinmuskulatur aktiviert die sogenannte Muskelpumpe in den Beinen. Die Muskelpumpe bezeichnet die Kontraktion der Muskulatur, was den venösen Blutkreislaufs unterstützt. Das An- und Entspannen der Muskulatur komprimiert die tiefen Beinvenen, die 90% des Blutes führen. Dadurch wird der Rückfluss des venösen Blutes zurück zum Herzen gefördert.
Anders als im arteriellen Blutkreislauf, in dem das Blut vom Herz durch den Körper gepumpt wird, herrscht im venösen Blutkreislauf ein geringerer Druck, weshalb die unterstützende Muskulatur benötigt wird.

Eine seitliche Neigung während der Ausübung des 5. Brokats unterstützt die Lungentätigkeit und vertreibt das sogenannte Herzfeuer. Ein Begriff, der in der chinesischen Symbolsprache einen aufgestauten Ärger bezeichnet. Dieser wird in der TCM mit dem Herz in Verbindung gebracht.

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