Ba Duan Jin – die acht Brokate Teil 6

Qi Gung hat vielfältige positive Auswirkungen auf unseren gesamten Körper und unseren Geist. Es kann unabhängig vom Alter geübt werden und auch Menschen mit Körperbehinderung profitieren aufgrund der Vielzahl und Flexibilität der Übungen davon. So lässt sich Qi Gung sowohl präventiv üben als auch zur Aktivierung unserer Selbstheilungskräfte. Es wirkt entspannend und hat ein physisch und psychisch ausgeglichenes Leben zum Ziel.

Will man alle Vorteile des Qi Gung nutzen, sind neben dem andauernden Üben folgende drei Voraussetzungen notwendig:

Konzentriertes Üben

Die Übungen müssen konzentriert und achtsam ausgeführt werden Qi Gung ist bewegte Meditation. Etwas Disziplin ist also nötig. Häufig kann man Schüler beobachten, wie sie Positionen immer wieder aufgeben oder Bewegungen unterbrechen, weil sie als zu anstrengend empfunden werden. Es scheint manchen unmöglich, eine gewisse Zeit still zu stehen, geschweige denn eine unangenehme Position auszuhalten.

Neben der Fokussierung auf die körperliche Bewegung geht es auch um den konzentrierten und achtsamen Geist. Daher muss beim Üben auf die Gedanken geachtet werden. Den immer wieder abschweifenden Geist gilt es zu bemerken, um den Gedanken nicht zu folgen, an ihnen zu haften und sich nicht in ihnen zu verlieren. Wichtig ist es, den Atem zu beobachten. Gerade für Anfänger, kann es hilfreich sein, die Atemzüge zu zählen.

Öffnen des Geistes

Will man Qi Gung üben, sollte man sich unvoreingenommen auf die Übungen einlassen und eine gewisse Ausdauer mitbringen, auch wenn sich nicht gleich eine positive Wirkung zeigt. Man sollte sich frei machen von irgendwelchen Erwartungen. Um ihre positiven Wirkungen zu entfalten, benötigt man eine gewisse Trainingszeit. Grundsätzlich wirkt sich eine ablehnende oder zweifelnde Haltung negativ auf die Übungen und Wirkungen aus.

Erden

Erden bedeutet den Körperschwerpunkt abzusenken. Nur wer geerdet ist, kann sich wirklich körperlich und geistig entspannen. Deshalb ist es beim Üben auch unerlässlich, diese Erdung permanent aufrechtzuhalten, also auch in der Bewegung.
Nicht nur Senioren haben Probleme aufgrund eines zu hohen Schwerpunkt, was sich bei oft in Stürzen zeigt. Auch äußert sich ein zu hoher Schwerpunkt meist in einer zu flachen Atmung und einer erhöhten Reizbarkeit.

6. Brokat: Mit den Händen die Füße fassen

Aufgrund seiner Ausführung wirkt dieser Brokat kräftigend und gleichzeitig entspannend auf den Rücken und die Hüfte. Besonders die tief liegende Muskulatur im unteren Rücken, zum Beispiel der Rückenstrecker (Musculus errector spinae), ist sehr häufig verantwortlich für schmerzhafte Verkrampfungen. Da die muskuläre Balance für die Haltung und Entspannung wichtig ist, wird bei dieser Übung auch der Antagonist (Gegenspieler) der Rückenmuskulatur, die Bauchmuskulatur in die Übung mit einbezogen.
Darüber hinaus bessert sich die Funktion der Nieren, die Bauchorgane (Magen, Leber, Darm) werden massiert und so der Stoffwechsel und die Ausscheidung angeregt. Die Bewegung unterstützt die Funktion des Diaphragmas (Zwerchfell), was die Atmung reguliert und optimiert. Zudem wirkt dieser Brokat regulierend bei zu niedrigem Blutdruck.

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