Die drei W-Fragen des Fu Lung Pai Self-Defence Concept

Das Fu Lung Pai Self-Defence Concept berücksichtigt das menschliche Verhalten unter Stress. Dadurch entsteht die Möglichkeit, sich selbst und andere vor Gewalttaten zu schützen. Ein Aspekt, der dabei behandelt wird, sind die drei sogenannten W-Fragen.

Die Kampf- oder Flucht-Phase schränkt unsere kognitiven Fähigkeiten ein. Daher handeln wir in einer Stress-Situation instinktiv und automatisch. Diesen Umstand machen wir uns zu Nutze: Wir automatisieren das Handeln, mit dem wir uns verteidigen und entbinden uns so davon, entscheiden zu müssen was wir tun.

Im Training behandeln wir daher drei bestimmte Fragen und bilden aus den Antworten unsere automatisierte Vorgehensweise.

1. Was soll ich tun?

Diese Frage beantworten wir mit den Prinzipien. Es gibt wenige Prinzipien im SPC, die die Schüler verinnerlichen müssen. Ein Beispiel ist das Prinzip „Fliehe wenn Du kannst, kämpfe wenn Du musst!“ Hier wird klar, dass es stets besser ist, sich aus einer Gefahrensituation zu entfernen als leichtfertig die Konfrontation zu suchen.

2. Wie soll ich es tun?

Die Antwort auf diese Frage: Nutze die Combatives und Leitsätze. Sie vermitteln den Schülern bestimmte Fähigkeiten, eine typische Verhaltensweise und erklären die Körperarbeit. Konkret heißt das zum Beispiel: Wir entwickeln das nötige Mindset und behandeln die Möglichkeiten der körperlichen Kontaktaufnahme sowie den Unterschied zwischen defensiver und offensiver Deeskalation.

3. Womit soll ich es tun?

Diese Frage beantworten wir, indem wir zeigen, dass wir mit sogenannten Tools oder Werkzeugen arbeiten. Das sind einzelne Bewegungen wie ein Schlag mit der Hammerfaust oder ein Ellenbogenstoß. Wir vermeiden bewusst den Begriff Techniken. Ein Denken in Techniken führt häufig zur Frage, welche Technik ich gegen einen bestimmten Angriff nutze. In einer realen Selbstverteidigungssituation hat man aber keine Zeit darüber nachzudenken. Im SPC trainieren wir anfangs diese Tools isoliert an Schlagpolstern und zeigen danach Möglichkeiten der Anwendung.

Fazit

In einer Selbstverteidigungssituation ist es unmöglich, eine sozusagen passende abwehrende Bewegung auf einen Angriff auszuwählen und einzusetzen. Man wird immer automatisch handeln. Daher ist es in einem ernsten und effizienten Selbstschutztraining unerlässlich, diese drei Fragen im Training zu klären und mit entsprechenden Drills die notwendigen Automatismen zu entwickeln. So muss man sich nicht erst bei einem Angriff diese Fragen stellen – wenn dafür keine Zeit ist.

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