Ich sehe was, was Du nicht siehst

Der Buddhismus soll uns helfen, unser Leben mit all seinen Herausforderungen zu meistern und heilsam für uns selbst als auch für andere zu handeln. Buddhismus ist gelebte Harmonie mit sich und seiner Umwelt. Ist leider nicht Hip.

Am 03. Oktober 2016 stirbt in Essen ein 82-jähriger Mann in einer Bankfiliale. Die Polizei ermittelt gegen vier Personen wegen unterlassener Hilfeleistung. Sie waren einfach an dem zusammengebrochenen Mann vorbeigegangen. In Deutschland können Nazis ungehindert wieder durch die Straße marschieren, und sitzen in einer Partei, die seit 2017 im Bundestag vertreten ist. Jedes Jahr werden alleine in Deutschland 750 Millionen (750.000.000) Tiere geschlachtet.

All das wollen die meisten Menschen nicht sehen. Im Gegenteil, sie machen sich über die Menschen lustig, die versuchen etwas daran zu ändern. Leider ist das ein normaler psychologischer Effekt. Da man sich bewusst ist, dass das Unrecht ist, man aber nicht eingreifen will – die Gründe hierfür sind vielfältig, Angst beispielsweise – zieht man die andere Person ins Lächerliche. Das beruhigt das eigene Gewissen.

Der englische Politiker und Philosoph Edmund Burke (1729 – 1797) sagte hierzu:

„Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“

Auch der römische Kaiser und Philosoph Mark Aurel (121 – 180) äußerte sich zu diesem Thema:

„Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es!“

Für mich bedeutet Buddhismus, dass ich auch die Verantwortung habe, Unrecht zu vermeiden und zu verhindern. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich zu engagieren und doch leben so viele Menschen in ihrer Ignoranz und verschließen ihre Augen vor all dem Übel in unserer Welt.

„Die Augen zu, die Lider fest geschlossen.
Weiter so, mit dummdreist festem Schritt.
Das Volk marschiert, noch wie in alten Tagen,
den Kopf im Sand bekommt es keiner mit.
Die Augen zu …“

„Augen zu“ aus dem Album „Zirkus Zeitgeist“ von Saltatio Mortis

Wir können so viel tun, um zu helfen und zu verändern. Es müssen keine spektakulären Aktionen sein. Sehr oft sind es die kleinen Dinge, die eine Veränderung herbeiführen.

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